Am 28.08.2010 war es wieder soweit. Das Bessere Zeiten Festival ging in die 6. Runde. Man könnte jetzt einleitend etwas übers Festivalwetter berichten. Dazu aber nur soviel: Wetter gab es, und das ausreichend…

Zum BZ 6 zu gelangen glich dieses Jahr wieder mal einem ökologischem Wandertag durch den vor der Festwiese stattfindenden Wochenmarkt. Umgeben von diversen Obst- und Gemüseständen kämpfte ich mich Richtung Bühne.
Wie die letzten Jahre auch konnte man die doch sehr stattliche Bühne bereits von Weitem erkennen und sie lies Gutes erahnen. Im Gegensatz zum ersten Bessere Zeiten Festival (damals noch Mühlholzfestival genannt) fuhr die Bandcommunity wiederholt eine sehr viel Platz bietende Bühne auf. Manch eine Band sollte diesen Platz an diesem Abend auch voll ausnutzen….

Pünktlich um 14Uhr ging es los mit “The Squibs”. Der Band um Frontfrau Karin kann man trotz des niedrigen Durchschnittsalters der Mitglieder den Stempel “ wertvolle, durchdachte Rockmusik“ verpassen. Kein Wunder, wenn man sich die bereits gespielten Shows auf http://www.myspace.com/thesquibsle anschaut. Ebenso bestachen „The Squibs“ durch sehr enges Zusammenspiel was manch eine Newcomerband vermissen lässt.

Und dann sah man nur noch Haare. Und Tattoos. „Over Body Free“ enterten die Bühne und es wurde laut. Sie selbst haben sich „Southern Rock mit New Orleans Einflüssen“ auf die Fahne geschrieben. Gepaart mit recht bluesigen aber dennoch kraftvoll klingenden Gitarrenparts kann man das auch ruhig unterschreiben. Die mitgebrachte Fangemeinde vor der Bühne liess ab dem ersten Ton den Haarberg durch wildes Gebange anwachsen. Der noch recht junge Sänger hatte ab dem ersten Ton die Fanmeute im Griff. Man findet selten Sänger die sowohl die Technik des Growlings und des Singens gleichzeitig drauf haben. Henbag hat es und ich denke das wird die Jungs aus Wolfen noch weit bringen. Ein schönes Stück Konzert welches Lust auf mehr macht... Check: http://www.myspace.com/overbodyfreeband

Next Band: „Die Optrien“ Die Band um Mastermind Ronny spielen soliden Rock gepaart mit Punkeinflüssen. Schön zu hören waren die ab und zu aufwertenden Backingvocals von Gitarristin Stephanie welche der Musik dann doch den nötigen Kick gaben. Mittlerweile waren auch schon 250Menschen auf dem Festivalgelände welche mit einigen Ansagen übers Wetter bei Laune gehalten wurden. Check: http://www.myspace.com/dieoptrien

Mit ihrem neuen Album „Raketenrock“ im Rücken betraten dann „Star Roxx“ aus Halle die Bühne. Sehr melodiöse Funkrythmen schwallten über die Festwiese und man konnte die Professionalität der Band bei jedem einzelnen Ton hören. Auch hier hatte der Sänger einen enormen Wiedererkennungswert und liess manch eine junge Frau vor der Bühne leicht vor sich hin schmachten. Unabhängig von der doch eher leicht verträglichen Rockmusik durfte eine entscheidende Rockerpose nicht fehlen: Der Gitarrist wollte am Ende des Sets seine Gitarre zerstören was ihm aber irgendwie nicht gelang. War wohl keine Billige. So wie es dann aussah durfte sich aber dann ein Fan über eine neue Gitarre freuen. Inwiefern diese noch funktionierte ist nicht überliefert... Check: http://www.myspace.com/starroxxofficial

Und noch ne Band mit einem guten Sänger: Nevamind
Die Band gibt es nun auch schon eine halbe Ewigkeit und man kann fast monatlich spüren wie die Band um Mastermind Jake immer besser wird. Sollte auch so sein wenn man die „verdammt nochmal größte Band der Welt“(Auszug Bandinfo) werden möchten. Glasklarer Gesang trifft auf rockige, sehr gut gespielte Gitarren. Die Arrangements der Stücke lassen Gutes hoffen und der Durchbruch wäre den Jungs langsam zu wünschen... Check: http://www.myspace.com/nevamindband

Artbreak Heartshop, ein cooler Name.
Ein bisschen sperrig vielleicht, aber das ist wohl Programm. Die Songs wurden allesamt sehr kunstvoll und mit ausreichend Enthusiasmus vorgetragen. Ich mag Vergleiche zwar nicht unbedingt aber irgendwie erinnerte mich die Sängerin Oyemi sowohl von der Attitüde wie auch durch ihr Gitarrenspiel sehr an die junge Courtney Love. Eine etwas andere Band die einen eigenen Platz in der Musiklandschaft Sachsens verdient. Check: http://www.myspace.com/theartbreakheartshop

Wo wir gerade bei Vergleichen sind. Spielen da jetzt „Caliban“? Oder doch eher „Killswitch Engage“? Das was einem von der Bühne entgegenschallte klang vom ersten Moment absolut durchdacht und verdammt gut gespielt.
Die Band die angetreten war um den Zuschauern den Dreck aus den Ohren zu blasen heissen „Arrangend Chaos“ und sind gar nicht mehr so unbekannt. Der geneigte Hardcorer und Metalhead ist mit Ihnen auf jeden Fall schonmal in Berührung gekommen.Coole fette Moshparts gepaart mit Doublebassgewitter liessen die Festwiese für 40 Minuten erzittern. Der Typ hinter mir brachte es dann auch auf den Punkt: „Alter, die sind tight wie Sau!“ Check: http://www.myspace.com/arrangedchaos

Eine große Band, mit großem Sänger und mittlerweile einer recht ansehnlichen Bandbio eröffneten dann den Reigen der letzten 3 Bands des Festivals.
Die MTV Rookie Gewinner „Lament“ gingen auf die Bühne und hatten die mittlerweile stattlich angewachsene Menge auf der Festwiese sofort im Griff. Zu „The Lament“ muss man eigentlich nicht mehr viel sagen, man muss sich die Musik anhören. Wunderschöne Melodien gepaart mit einer glasklaren Stimme. Nicht umsonst wird man deutschlandweiter Rookiegewinner. Ein Besuch bei http://www.myspace.com/lamentnet ist an dieser Stelle Pflicht!

Wer auf guten Hip Hop steht war jetzt an der Reihe. „Madrhymaz“ hatten ihre Stagetime die sie von der ersten Minute an voll ausnutzen. Der Name der Band ist hier absolut Programm. Genial gerapte Parts gespickt mit Melodiesamples aus bekannten Kinderliedern liessen die Menge vor der Bühne toben. Auch hartgesottene Metaller hatten ihren Spaß. Ich kenn mich zwar nicht so aus mit Hip Hop aber selbst ich kann behaupten das es einer der besseren Sorte ist... Check: http://www.myspace.com/madrhymaz

Mit neuer Platte im Gepäck rockten als nächste und leider schon letzte Band des Abends die Jungs von „The Sonic Boom Foundation“. Wer die Jungs um Mastermind Joey schonmal live erlebt hat, will dieses Erlebnis nicht mehr missen. Eine sehr ausgereifte professionelle Bühnenshow liefern die Jungs jedes Mal und schaffen es die geneigte Hörerschaft in kürzester Zeit in einen tranceähnlichen Partyzustand zu spielen. Dass es um 22Uhr schon recht kalt war, spürte wohl keiner der geschätzten 1500 Besucher denn man sah nur zuckende Leiber und wild bewegte Köpfe. „TSBF“ sind stilistisch mittlerweile nicht mehr aus der Musiklandschaft wegzudenken und das ist auch gut so... check: http://www.myspace.com/thesonicboomfoundation

Ein weiteres erfolgreiches, ohrenbefriedigendes Bessere Zeiten Festival ging dann vorbei und lässt Gutes für die 7.te Ausgabe des durchweg kostenlosen Festivals auf der Festwiese hoffen. Auch hier an dieser Stelle darf der Dank an alle ehrenamtlichen Helfer nicht fehlen, welche jedes Jahr die Musiklandschaft Leipzig mit einem guten Festival auffrischt.

Achja, da ich so wenig Worte über das durchaus durchwachsene Wetter verloren habe, hier noch der Nachschlag: Wetter wird es auch nächstes Jahr geben, versprochen!

Ron Schöne
für Bandcommunity Leipzig e.V.