„Das Bessere Zeiten Festival 4“ oder „Wie man dem Wettergott eine einklinkt…“Das war sie also. Die vierte Ausgabe des Bessere Zeiten Festivals. Und nass war sie. Und laut. Und verdammt noch mal besser als je zuvor. Dieses Jahr sah man bis zum Schluss hunderte tanzender, nasser Körper. ´Headbangend´ wurden triefnasse Haare in die Höhe geschmissen, wurden feuchte Augen mit Hemdsärmeln trocken gewischt und das letzte, etwas komisch dünn schmeckende, Bier getrunken bis es dann endlich erschöpft aber glücklich nach Hause ging. Was war passiert dass es zu so einem Ende kam? Angefangen hat alles um ca. 14:30Uhr mit „Erste Adresse“. Die 2 Damen an den Saiten und der ´Hahn im Korb´ an den Drums durften das vierte Bessere Zeiten Festival eröffnen. Und das taten sie mit schönem eingängigem GitarrenPop. Die Leute standen zwar noch etwas verteilt an den Getränkeständen aber gleichfalls auch in „Flammen“ wie ein gleichnamiger Song der Band. Der mit leichten Funkansätzen geprenkelte Pop geht auf jeden Fall ins Ohr. Wer sie verpasst hat, kann sich die Songs im Internet anhören und zu „Ohne Dich“ ein wenig träumen. Die nächste Adresse ist dann wohl die Plattenfirma. Check: www.erste-adresse.net und www.myspace.com/ersteadresse Irgendwer brachte den Regen… und die Lust am Rockabilly brachte uns „Tom Twist“ „…freut Euch auf den Wirbelsturm“ verkünden die 3 Leipziger von Tom Twist bereits auf ihrer Homepage. Der Wirbelsturm kam in Form von wunderschönem, Kontrabassgezupftem 60´er Sound daher. Es wurde von „Liebe am Meer“ gesungen, bei der es nur im ganz entfernten Sinne um ein Meer geht. Eine „Carolin“ zeigte eindrucksvoll wie man gesanglich und technisch dem Rock´n Roll Tribut zollt. Die mittlerweile auf 200 Besucher angestiegene Menge vor der Bühne dankte es mit lauter werdendem Applaus und entließ die Jungs zum dritten von 4 Konzerten an diesem Tag. DAS ist Rock´n Roll. Check: www.tomtwist.de und www.myspace.com/tomtwistgermany In den Umbaupausen wurde auch dieses Jahr wieder viel geboten. Mittlerweile zur schönen Tradition geworden sind die Darbietungen von Tänzern, Kampfkunstgruppen und Feuershowtheatergruppen. Nach einer Bollywood Tanzshow neben der Bühne war es Zeit für den Alternative Rock von „Dantes Dream“. Diese Band zeigt wie man feine Melodien in ein verzwacktes Gitarrengewand hüllt. Dynamik ist für die Jungs um Fronter Lucas Hull kein Geheimnis. Tight gespielte progressive Rhythmen fanden den Weg in das Gehör von ca. 300 Besuchern. Die perfekte Musik für einen Tag bei Regen zu Hause. Laut aufdrehen und träumen… Check: www.myspace.com/dantesdream Doch vorerst schienen die Wolken über dem Zentralstadion langsam die Lust aufs rumhängen verloren zu haben und beschlossen sich erst einmal richtig auszuschütten… „Plasmic Ocean“ kamen dann um ein Zeichen gegen die schwindende Zuschauerzahl zu setzen und das taten sie vorzüglich. Schönster Metalrock gepaart mit elektronischen Sounds die gekonnt die Songs aufwerten. Die Bühnenpräsenz war anfänglich ein wenig verhalten doch mit einsetzendem Applaus wurden auch auf der Bühne immer mehr Köpfe geschüttelt. Pendelnd zwischen bittersüßen Keyboardlinien kamen die dicken Riffs genau richtig an. Die Stimme des Fronters Peter ist vielfältig und gibt den durchweg hörbaren Songs einen eigenen Sound. Check: www.myspace.com/plasmicocean Und dann kamen die Jungs deren Musik alles beinhaltet was eine gute Party ausmacht. Ohne dem 500 Besucher starken Publikum die Chance zum Durchatmen zu geben, knallten die Jungs von „Magnetcrotch & Ironman“ kurz „MCIM“ ein Punkrockbrett nach dem anderen in die lautstärkehungrige Masse. Diese dankte es mit lautem Applaus. Songs wie „Dave B.“ und der stonergetränkte „Danger“ zeigten was die Band drauf hat. Auf jeden Fall sollte man sich diese Band merken! Check: www.mcim.de und www.myspace.com/magnetcrotch Ebenfalls eine gern gepflegte Tradition ist es, zum Besseren Zeiten Festival, welches auf Leipziger Newcomerbands ausgelegt ist, auch eine Band „von aussen“ zu holen. Nachdem wir im Jahr 2007 die Band „Emesis“ aus Chemnitz zu Gast hatten, so durften wir dieses Jahr die Hauptstädter „Rough Roostars“ begrüßen. Die Band um den Frauenschwarm Micha spielen schönsten American Garage Punkrock. Die Musik knallt und den Jungs ist die sprichwörtliche Spielfreude ins Gesicht geschrieben. Mit vielen Smashern von der aktuellen CD „harbinger“ konnten die Roostars sehr schnell bei den Leipzigern punkten. Der Song „Wake up“ zum Beispiel musste nicht als Muntermacher herhalten, sondern die tanzende Crowd verstand es als Aufforderung zu Ausrasten. Wo ich gerade bei „Crowd“ bin… Die nächste Band ist nach vielen Jahren des Bestehens eine feste Leipziger Metalgröße und aus der Musikszene nicht mehr wegzudenken. „Crowd“, schon des Öfteren todgesagt, zeigen immer wieder eindrucksvoll, dass die sie noch am Leben sind und dass die Leipziger Band um Sänger Stewa mit den ganz Großen mithalten kann. Mit einem dicken Schrei ging es in die erste Death-Runde. Mit Songs wie z.B. „I got a victim“ oder der unheimlich druckvolle „Lost in Pain“ riefen „Crowd“ die ersten Headbanger auf den Plan und die nahezu technische Perfektion der Instrumentalisten trieb die Banger zu Höchstleistungen an. Lars ´Animal´ Riedel´s extrem tightes Drumgewitter tat sein Übriges und die 30 Minuten Stagetime wurden voll ausgenutzt. Das Publikum dankte es mit tosendem Applaus. Check: www.crowd-metal.de und www.myspace.com/crowdmetal „Vater, ich habe gesündigt…“ Ich hätte niemals gedacht, dass dieses Satzfragment solch ein Staunen in der ´ach so hochreligiösen Metalgemeinde´ auslösen könnte. Der Grund ist aber nicht die Suche des Urhebers nach Absolution sondern dies ist der Introsatz zu einem der gewaltigsten Metalsongs die ich je gehört habe. Die Band “Faced Reality“ zeigt den knapp 1000 Besuchern auf der Festwiese wie man schöne Keyboardmelodien in eine schier endlose Wand aus Riff´s und dem über Allem thronenden Gesang von Stefan verpackt. Die Band konnte ebenfalls mit einer genialen Kooperation mit den Rappern von „GBN“ aus Leipzig aufwarten. Eine sehr ungewöhnliche aber dennoch gelungene Verschmelzung von HipHop und MelodicDeathMetal. So, und jetzt erstmal www.myspace.com/facedreality anwählen, Anlage aufdrehen, den Song “I´m coming home“ anwählen und geniessen…. Der Regen ließ sich immer noch unablässig über den Köpfen der Besucher aus. Hier zeigt sich aber das durchaus sehenswerte Durchhaltevermögen der Leipziger Musikliebhaber die sich für eine gute Party gern eine Erkältung holen. Hut ab! Die angekündigte Feuershow fand trotz erheblicher Bedenken zum Glück doch noch statt und die Fackeln und Feuerstäbe trotzten dem Regen und zauberten herrliche Gebilde in die Nacht. Jedes Jahr sehenswert und faszinierend. Nach dem Feuer- und Tanzspektakel wurde es Zeit für die letzte Band des Festivals. Auf der eigenen Internetseite als „Headliner“ angekündigt, bestiegen „Stone Wedge“ die Bühne. Mit 55min hatten SW zwar die längste Spielzeit, aber leider durch den mittlerweile permanenten Starkregen kaum gerade mal noch 200 Publikümmer vor der Bühne stehen. Die Musiker um Frontmann Tony sind eine gestandene Band die trotz oder gerade wegen des Sch**wetters zeigen, dass sie ihre Fans nicht im Stich lassen. Bereits seit Teenagerzeiten zusammen, merkt man der Band das Zusammengehörigkeitsgefühl an. Die musikalischen Ergüsse von damals sind nicht mehr der Rede wert, denn was zählt ist das ´Jetzt´. Und das ´Jetzt´ kam gerollt wie ein gewaltiger Stein. Hart, melodisch, tight und professionell. Der Gitarrist quälte seine extrem ´fuzz´effektierte Gitarre und Tony sang sich die Seele aus dem Leib. Garniert wurden die sehr stark an die „Queens of the stone age“ angelehnten Songs von einer Spielfreude die ansteckend ist und die restlichen 200 Besucher mitriss. Die Bühnenaction ließ keine Wünsche offen und selbst Sänger Tony scheute den Gang in den Regen nicht. Die junge blonde Dame (Fotografin, Bandmaskottchen, Groupie?), welche sich die Bühne mit der Band teilte, tanzt hoffentlich das nächste Mal in Front mit?! Der Musik von „Stone Wedge“ würde es gut zu Gesicht stehen. Viele neue Songs von der neuen Platte wurden gespielt und dies lässt auf baldige Veröffentlichung hoffen. Check: www.stonewedge.com …und man sah bis zum Schluss hunderte tanzende, nasse Körper. ´Headbangend´ wurden triefnasse Haare in die Höhe geschmissen, wurden feuchte Augen mit Hemdsärmeln trocken gewischt und das letzte, etwas komisch dünn schmeckende, Bier getrunken bis es dann endlich… aber das hatten wir ja schon! Alle Unterstützer, Helfer und Organisatoren bedanken sich bei den Fans welche es sich nicht nehmen ließen, trotz Starkregens ihrer Lieblingsband zuzujubeln. Ihr seid diejenigen die das Bessere Zeiten Festival zu einem festen Termin in Leipzigs Kulturlandschaft gemacht haben. Nächstes Jahr zum Bessere Zeiten Festival 5 habt ihr dann wieder die Chance einen neuen Besucherrekord! Wir zählen auf euch….! Ron BCL-Redakteur Eine Vervielfältigung und Veröffentlichung dieser Review ist ausdrücklich gestattet. Jedoch nur in unveränderter Form und vollständig. Fragen und Anregungen bitte an:
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Internet: http://www.bancommunity-leipzig.org http://www.bessere-zeiten-festival.org
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